Reiseunterlagen offline: Was Kunden im Ausland auf dem Handy brauchen
Welche Unterlagen Kunden offline auf dem Handy brauchen, wie Bordkarten ohne Daten funktionieren, Passkopien und Datenschutz, die 112 und eine Checkliste.
Kurz gesagt: Geh davon aus, dass der Kunde im ungünstigsten Moment keine Daten hat, und sorg dafür, dass alles, was er dort vorzeigen oder nachlesen muss, offline gespeichert auf dem Handy ist: Bordkarten und Tickets, Hotelvoucher mit der Adresse vor Ort, Transferdetails, die Versicherungspolice mit der Notfallnummer des Versicherers, Visumsbestätigungen, die Kontaktdaten des Reisebüros und die Notrufnummern jedes Landes. Eine Passkopie kommt nur hinter die Bildschirmsperre und wird nach der Reise gelöscht.
Die meisten Kunden reisen mit dem Handy und erwarten, dass alles darauf ist. Das Handy ist nicht das Problem, die Verbindung ist es. Die Ankunftshalle, in der sich die Roaming-SIM noch nicht eingebucht hat, die Fähre auf offener See, der Nationalpark ohne Netz, der Kunde, der die Daten ausgeschaltet hat, um keine hohe Rechnung zu riskieren. Dieser Leitfaden zeigt, wo die Daten aufhören, welche Unterlagen offline gespeichert sein sollten, wie Fluggesellschaften Bordkarten ohne Verbindung handhaben, worauf du bei Passkopien in Sachen Datenschutz achten solltest und welche Notrufnummern zählen, und er endet mit einer Checkliste, die dein Reisebüro für jede Reise nutzen kann.
Warum können sich Kunden im Ausland nicht auf mobile Daten verlassen?
Weil Roaming zu Inlandspreisen nur einen Teil der Landkarte abdeckt und selbst dort das Signal kommt und geht. Laut Europäischer Kommission gilt „Roaming zu Inlandspreisen“ in den 27 EU-Ländern sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen, der Ukraine und Moldau, nicht automatisch im Vereinigten Königreich und nicht für Satellitenverbindungen in Flugzeugen und auf Schiffen, für die in der Regel hohe Aufschläge anfallen (Kommission, Roaming, aktualisiert am 13. Juli 2026). Außerhalb der EU und des EWR warnt die Roaming-Seite von Your Europe, dass Datenroaming teuer sein kann.
Dazu kommen die Fährüberfahrt, das Bergtal, das Handy, das nach der Landung noch kein Netz gefunden hat, und der Kunde, der Roaming sicherheitshalber ausgeschaltet hat. Daraus folgt die Regel für ein Reisebüro: Was ein Kunde in der ersten Stunde nach der Landung oder an einem Ort ohne Empfang braucht, muss vor der Abreise auf dem Handy gespeichert sein. Der Rest dieses Leitfadens zeigt, was das für jede einzelne Unterlage bedeutet.
Wenn du noch überlegst, wie du die Reise überhaupt verschickst, zeigt unser Vergleich von PDF, Link und App, was jede Variante offline kann.
Welche Unterlagen sollten Kunden offline auf dem Handy haben?
Die Liste unten umfasst, was ein Kunde ohne Verbindung vorzeigen oder nachlesen muss. „Offline gespeichert“ heißt: eine Kopie, die auf dem Handy liegt, kein Link zu einer E-Mail, einem Cloud-Ordner oder einer Webseite, die zum Öffnen Daten braucht.
| Unterlage | Warum sie offline zählt | Wie man sie speichert | Sicherung |
|---|---|---|---|
| Bordkarten und E-Tickets (Flug, Bahn, Fähre) | Vorzuzeigen bei der Sicherheitskontrolle, am Gate oder an Bord | In der App der Fluggesellschaft oder im Wallet des Handys, nach dem Check-in gespeichert | Papier oder ein Screenshot, wo das Beförderungsunternehmen ihn akzeptiert |
| Hotelvoucher und Adressen | Check-in und das Taxi vom Flughafen | Gespeichertes PDF, mit der Adresse in der Schrift des Landes | Ausgedruckte Seite mit der Adresse |
| Transferdetails | Treffpunkt, Name und Telefonnummer des Fahrers | In der Reise gespeichert, mit Ortszeit | Telefonnummer des Reisebüros |
| Reiseversicherungspolice und Notfallnummer | Krankenhaus, Diebstahl, annullierter Flug | Gespeichertes PDF der Police und die 24-Stunden-Nummer | Ausgedruckte Kopie, wie es das britische Außenministerium empfiehlt |
| Visumsbestätigungen oder Reisegenehmigungen | Manche Fluggesellschaften prüfen sie vor dem Boarding | Gespeichertes PDF oder Screenshot der Bestätigung | Ausgedruckte Kopie |
| Passkopie (Seite mit dem Foto) | Verlust oder Diebstahl des Passes | Hinter der Bildschirmsperre, siehe unten | Kopie bei jemandem zu Hause |
| Kontaktdaten von Reisebüro und Leistungsträgern | Alles, was schiefgehen kann | In der Reise und in den Kontakten des Handys gespeichert | Auf der ersten Seite der Reise ausgedruckt |
| Notrufnummern jedes Landes | Wenn das Handy keine Daten hat, aber noch telefonieren kann | In der Reise gespeichert | Aufgeschrieben |
Die Checkliste für Auslandsreisen (auf Englisch) der britischen Regierung, aktualisiert am 5. Juni 2026, sagt dasselbe aus Sicht der Reisenden: einen Plan B für Unterkunftsdaten, Flugdaten, Passdaten, Kontaktnummern und die Versicherungspolice haben, „falls du dein Handy verlierst“, und Unterlagen zur Krankenversicherung ausdrucken. Fällt das Handy aus, fällt alles aus. Am besten sind die Unterlagen auf dem Handy gespeichert, und eine kurze Sicherung auf Papier steckt in der Tasche.
Wie funktionieren Bordkarten ohne Verbindung?
Die Daten stecken im Barcode. Die Resolution 792 der IATA legt den Standard für die Bordkarte mit Barcode fest, einen zweidimensionalen Barcode, der die Daten der Bordkarte „auf einer Vielzahl von Geräten (Papier und Mobilgerät)“ überträgt (IATA, Common Use, auf Englisch). Der Scanner an der Sicherheitskontrolle liest den Code selbst. Entscheidend ist also, dass der Code auf dem Bildschirm ist, nicht, dass das Handy online ist.
Was Fluggesellschaften und Wallets sagen, Stand 15. Oktober 2026:
- Emirates sagt, dass man zum Öffnen der Bordkarte über den Link in der E-Mail „mit dem Internet verbunden sein“ muss, dass ein Screenshot der mobilen Bordkarte aber „am Flughafen in jeder Phase der Reise ganz normal gescannt werden kann, ohne aktive Internetverbindung“, und dass eine in der iPhone-Wallet gespeicherte Bordkarte ohne Verbindung funktioniert. Außerdem sagt Emirates, dass mobile Bordkarten an ausgewählten Flughäfen funktionieren (Emirates-Hilfe, auf Englisch).
- Google Wallet sagt, dass eine gespeicherte Bordkarte keine Internetverbindung braucht, das Hinzufügen per Screenshot dagegen schon (Google-Wallet-Hilfe). Dieselbe Seite sagt, dass unterstützte Bordkarten Echtzeit-Updates wie Gate-Änderungen anzeigen, die Daten brauchen. Kunden sollten also trotzdem auf die Anzeigetafeln am Flughafen schauen.
- Ryanair ist ab dem 12. November 2025 auf digitale Bordkarten in seiner App umgestiegen und lässt Fluggäste ihre Bordkarten nicht mehr selbst ausdrucken (Ryanair, 24. September 2025, auf Englisch). Am ersten Tag meldete Ryanair, dass über 98 % der Fluggäste eine digitale Bordkarte vorzeigten und die übrigen, die online eingecheckt hatten, kostenlos Papierbordkarten an den Schaltern am Flughafen erhielten (Ryanair, 12. November 2025, auf Englisch).
Die praktische Regel für Kunden: online einchecken, solange sie noch eine Verbindung haben, die Bordkarte einmal öffnen, sie in der App der Fluggesellschaft oder im Wallet des Handys speichern und das Handy geladen halten. Ein Screenshot ist eine gute Sicherung, wo die Fluggesellschaft ihn akzeptiert, aber jede Fluggesellschaft legt eigene Regeln fest. Prüf sie also für jedes Beförderungsunternehmen der Reise.
Sollten Kunden eine Passkopie auf dem Handy haben?
Eine Kopie ist nützlich und sensibel zugleich. Geht der Pass verloren oder wird er gestohlen, beschleunigt eine Kopie der Seite mit dem Foto die Anzeige bei der Polizei und den Antrag auf ein Notreisedokument. Laut der EU-Seite zum konsularischen Schutz kann sich ein EU-Bürger, der außerhalb der EU seine Reisedokumente verliert, in einem Land, in dem sein eigenes Land keine Botschaft und kein Konsulat hat, an die Botschaft eines anderen EU-Landes wenden und erhält einen EU-Rückkehrausweis für die Heimreise.
Dieselbe Kopie am falschen Ort ist ein Geschenk für Identitätsdiebe. Rate Kunden deshalb:
- Die Kopie im geschützten Speicher des Handys oder in einem sicheren Ordner hinter der Bildschirmsperre ablegen, nicht in einem Chatverlauf, einem geteilten Album oder einem ungeschützten E-Mail-Postfach.
- Eine zweite Kopie bei jemandem zu Hause lassen, der sie schicken kann, falls auch das Handy verloren geht.
- Die Kopie nach der Reise löschen. Zwischen zwei Reisen hat eine Passkopie keinen Nutzen.
Derselbe Grundsatz gilt für dein Reisebüro. Ein Passscan, den du per Chat verschickst, liegt auf mehreren Geräten, die du nicht kontrollierst. Unser Leitfaden zu Kunden-Reisepässen in Reiseplan-Software zeigt, was die DSGVO von einem Reisebüro verlangt, das sie speichert, und wie lange sie aufbewahrt werden sollten.
Welche Notrufnummern und Gesundheitsunterlagen gehören aufs Handy?
In der EU deckt eine Nummer alles ab. Laut Europäischer Kommission ist die 112 überall in der EU kostenlos erreichbar, vom Festnetz und vom Handy aus, für Rettungsdienst, Feuerwehr oder Polizei, und in vielen Ländern können die Notrufzentralen neben der Landessprache auch auf Englisch oder Französisch antworten (Kommission, 112, aktualisiert am 23. Juni 2026). Die Roaming-Seite der Kommission ergänzt, dass Handys bei der Ankunft in einem anderen EU-Land eine Nachricht erhalten sollten, die an die 112 erinnert und an Alternativen für Menschen, die keinen Sprachanruf tätigen können.
Außerhalb der EU sind die Nummern verschieden. Laut Kommission wird die 112 auch in einigen Ländern außerhalb der EU genutzt, etwa in der Schweiz und in Südafrika. Für jedes andere Reiseziel schreibst du die örtlichen Nummern von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr in die Reise, neben die Adresse des Hotels, damit sie sich ohne Daten lesen lassen.
Für den Krankenversicherungsschutz innerhalb Europas sollten Kunden laut EU auf jede Reise ihre Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) mitnehmen (Your Europe, Krankenversicherungsschutz bei vorübergehendem Aufenthalt). Sie deckt aber nur Behandlungen bei öffentlichen Anbietern ab und weder Rettung noch Rücktransport, wofür eine eigene Versicherung nötig ist. Speichere die Policennummer und die 24-Stunden-Notfallnummer des Versicherers offline auf dem Handy und zusätzlich auf Papier.
Wie hält Viaondo Reiseunterlagen offline bereit?
Wir entwickeln Viaondo, das ist also der einzige Abschnitt über unser eigenes Produkt. Die Reise-App von Viaondo speichert die ganze Reise auf dem Handy des Kunden, sobald er seinen privaten Link zum ersten Mal mit Verbindung öffnet: den Reiseplan, Hoteladressen in der Schrift des Landes, Bordkarten, Voucher, die Versicherung und die anderen Dokumente, die du anhängst, dazu den Guide jeder Stadt mit ihren Notrufnummern. Bevor sie meldet, dass die Reise offline bereit ist, prüft die App jede gespeicherte Datei anhand ihrer erwarteten Größe und ihres SHA-256-Fingerabdrucks, damit ein halb heruntergeladener Voucher nie als gespeichert gilt, und sie zeigt einen Hinweis „Gespeichert“ mit Uhrzeit.
Die Grenzen, damit du Kunden die Wahrheit sagen kannst: Das erste Öffnen braucht eine Verbindung, der Stadtplan und neue Versionen der Reise brauchen Daten, und bei einer Reise über 25 MB fragt die App nach, bevor sie speichert. Der Browser des Handys kann gespeicherte Daten löschen, wenn der Speicher knapp wird, und Safari löscht den Speicher einer Website nach etwa einer Woche ohne Besuch. Ab drei Tagen vor der Abreise prüft die App die Kopie erneut und speichert sie wieder, solange das Handy online ist, und auf einem iPhone bleibt die Kopie erhalten, wenn die Reise zum Startbildschirm hinzugefügt wird. Reisedokumente werden 30 Tage nach Reiseende gelöscht. Eine Bordkarte, die die Fluggesellschaft nur in ihrer eigenen App ausstellt, bleibt in dieser App.
Checkliste: Offline-Unterlagen vor jeder Reise
- Liste vor der Abreise jede Unterlage auf, die der Kunde vorzeigen wird: Bordkarten, Tickets, Voucher, Versicherung, Visumsbestätigungen.
- Prüf, bei welchen Beförderungsunternehmen die Bordkarte in deren eigener App sein muss, und sag Kunden, dass sie online einchecken und die Bordkarte speichern sollen, solange sie noch eine Verbindung haben.
- Trag Hoteladressen in der Schrift des Landes und Transfertreffpunkte mit Ortszeit in die Reise ein.
- Füge die Policennummer und die 24-Stunden-Notfallnummer der Versicherung hinzu und erinnere Kunden aus der EU daran, zusätzlich ihre EHIC einzupacken, nicht stattdessen.
- Schreib die Notrufnummern jedes Landes in die Reise: die 112 in der EU, anderswo die örtlichen Nummern.
- Bitte den Kunden, die Reise einmal zu Hause im WLAN zu öffnen und zu prüfen, ob bei ausgeschalteten mobilen Daten alles angezeigt wird.
- Sag Kunden, wo Roaming zu Inlandspreisen endet: außerhalb des EU-Raums, im Vereinigten Königreich, sofern ihr Anbieter nichts anderes sagt, und bei Satellitenverbindungen an Bord.
- Empfiehl eine Passkopie hinter der Bildschirmsperre, eine zweite Kopie zu Hause und das Löschen nach der Reise.
- Schlag eine kurze Sicherung auf Papier vor: die Adresse des ersten Hotels, die Telefonnummer des Reisebüros und die Versicherungsnummer.
- Lösche nach der Reise die Kopien von Unterlagen, die nicht mehr gebraucht werden, auch bei dir im Reisebüro.
Was sollte ein Reisebüro bei Offline-Unterlagen nicht versprechen?
- Versprich nicht, dass ein Screenshot akzeptiert wird. Das entscheidet jede Fluggesellschaft und jeder Flughafen selbst.
- Versprich kein Roaming zu Inlandspreisen außerhalb des EU-Raums. Diese Preise legt der Mobilfunkanbieter des Kunden fest.
- Stell eine Passkopie auf dem Handy nicht als Ersatz für den Pass dar. Sie ist eine Sicherung für eine Verlustanzeige, kein Reisedokument.
- Sag nicht, dass die Reise „offline funktioniert“, bevor der Kunde sie einmal mit Verbindung geöffnet hat und du weißt, dass sie gespeichert wurde.
Wie dieser Leitfaden geprüft wurde. Jede Angabe verlinkt auf eine offizielle Quelle: die Europäische Kommission und die EU-Seiten von Your Europe, GOV.UK, IATA sowie die Hilfeseiten und Pressemitteilungen der Fluggesellschaften und von Google, alle am 15. Oktober 2026 geöffnet. Der Abschnitt zu Viaondo beschreibt das Produkt, wie es an diesem Tag funktioniert. Das ist eine praktische Hilfe für Reisebüros, keine Rechts- oder medizinische Beratung.
Wie Reiseplan-Tools mit Dokumenten und Offline-Zugriff umgehen, vergleicht unser Leitfaden zu Reiseplan-Software für Reisebüros.
Quellen
- Europäische Kommission: Roaming, Roaming zu Inlandspreisen (zuletzt aktualisiert am 13. Juli 2026) (abgerufen am 15. Oktober 2026)
- Your Europe (EU-Portal): Roaming, das Handy im Ausland nutzen (zuletzt von der EU geprüft am 7. Januar 2026) (abgerufen am 15. Oktober 2026)
- Europäische Kommission: 112, die Notrufnummer der EU (zuletzt aktualisiert am 23. Juni 2026) (abgerufen am 15. Oktober 2026)
- IATA: Common Use, Resolution 792 Bar Coded Boarding Pass (BCBP) (auf Englisch) (abgerufen am 15. Oktober 2026)
- Emirates-Hilfe: Was ist eine mobile Bordkarte? (auf Englisch) (abgerufen am 15. Oktober 2026)
- Google-Wallet-Hilfe: Flug- oder Veranstaltungstickets speichern und verwenden (abgerufen am 15. Oktober 2026)
- Ryanair: Ryanair bestätigt Start der 100 % digitalen Bordkarten am Mittwoch, 12. November (24. September 2025) (auf Englisch) (abgerufen am 15. Oktober 2026)
- Ryanair: Erster Tag der digitalen Bordkarten ein großer Erfolg (12. November 2025) (auf Englisch) (abgerufen am 15. Oktober 2026)
- GOV.UK (FCDO): Checkliste für Auslandsreisen (zuletzt aktualisiert am 5. Juni 2026) (auf Englisch) (abgerufen am 15. Oktober 2026)
- Your Europe (EU-Portal): Krankenversicherungsschutz bei vorübergehendem Aufenthalt und die EHIC (zuletzt von der EU geprüft am 16. September 2026) (abgerufen am 15. Oktober 2026)
- Your Europe (EU-Portal): Konsularischer Schutz außerhalb der EU (zuletzt von der EU geprüft am 2. Februar 2026) (abgerufen am 15. Oktober 2026)